Frauen auf Partnersuche




Das Merkwürdige bei den meisten Kontaktmärkten ist ja, man könnte manchmal glauben, die Frauen suchen einfach nur irgendeinen Kerl, ganz gleich wofür und was für ein Kerl er ist, und die Männer unterscheiden dagegen sehr wohl ganz genau, welche Art von Frauen sie suchen.

Während es nämlich meistens nur eine einzige Rubrik "sie sucht ihn" gibt, wo sich dann sämtliche Kontaktanzeigen der Frauen aufgereiht finden, sind die Kontaktanzeigen der Männer regelmäßig in verschiedene Rubriken unterteilt. Nicht einfach nur "er sucht sie", sondern er sucht sie für einen bestimmten Zweck oder mit bestimmten Eigenschaften. Beispielsweise im Fetisch- und SM-Bereich wird unterschieden "er sucht Domina", oder er sucht Sub oder Sklavin.

Dann gibt es natürlich noch die Rubrik für die Lesben und Schwulen oder Gays, die Homosexuellen-Ecke, sie sucht sie und er sucht ihn, und die Ecke für den Gruppensex, das geile Vergnügen im Dreier, im Vierer oder gänzlich als Sexorgie mit unbeschränkter Teilnehmerzahl – Paar sucht sie, Paar sucht ihn, Paar sucht Paar, und so weiter. Bis hin zum echten Rudelbumsen.

Bleiben dann noch die Kategorien der Transvestiten oder Transsexuellen, und die für die Swinger, die ganz offensichtlich eine ganz besondere Art Pärchen auf der Suche nach Gruppensex sind.

Da ist der Zweck ziemlich klar.

Nur bei den Mädels, da wird jeder Zweck in dieselbe Kategorie gestopft. Weil es oft viel zu wenig Frauen gibt, die Kontaktanzeigen aufgeben, als dass sich eine weitere Unterteilung lohnen würde. Wobei manche Kontaktbörsen sie dennoch einführen, auch wenn es dann in jeder Rubrik jeweils nur wenig suchende Frauen mit Kontaktanzeigen gibt – ganz einfach, damit die Ordnung gewahrt bleibt.

Denn um einmal bei Fetisch und Sadomaso zu bleiben – wer eine Domina sucht, für den ist es ausgesprochen lästig, sich erst lange durch die Kontaktanzeigen der ganzen hingebungsvollen, willigen und bereiten Sklavinnen hindurchwühlen zu müssen, die ihren Mann und Meister – oh, Verzeihung, Herrn und Meister suchen. Und wer wiederum eine Sub sucht, möchte keine herrischen Worte einer Domina hören, wie er sich gefälligst auf ihre Kontaktanzeige hin zu bewerben hat.

Was das Problem allerdings ein- für allemal beseitigen würde, das wäre, wenn die Mädels endlich mehr aus sich herausgehen würden und mehr Mut haben, Kontaktanzeigen aufzugeben.

Es ist ja richtiggehend pervers – es gibt mindestens ebenso viele Single-Frauen, die einen Partner suchen, wie es Solo-Männer gibt, die auf Partnersuche sind. In der Bevölkerung haben meines Wissens insgesamt die Frauen sogar den etwas höheren Anteil. Da kann ich mich allerdings täuschen – vor ein paar Jahren war es jedenfalls definitiv so nach der Statistik der Geschlechter, dass es ein wenig mehr Frauen als Männer gab. Und Statistiken lügen ja wohl nicht.

Allein das Gesetz der Serie bedingt also, dass entsprechend ebenso viele Frauen keinen Partner haben wie Männer.

Anders wäre das nur, wenn sehr viel mehr Frauen schlichtweg mit Ausländern zusammen leben würden als deutsche Männer mit Ausländerinnen wie Japanerinnen, anderen Asiatinnen, Thailänderinnen zum Beispiel, Brasilianerinnen, oder Frauen aus Osteuropa, Russinnen, Polinnen, Tschechinnen, Ungarinnen zusammen sind. Das würde natürlich jede Statistik durcheinander bringen, denn in den Statistiken ist ja nur von Deutschen die Rede, und zu viele Ausländer oder Ausländerinnen könnten das gesamte Gleichgewicht der Geschlechter aufheben..

Das stimmt aber gar nicht; es gibt gewiss nicht viel mehr Frauen, die mit Ausländern zusammen leben als Männer mit Ausländerinnen als Partnerinnen, und damit bleibt es dabei – es gibt ebenso viele Frauen auf Partnersuche wie Männer. Denn Frauen leben ebenso ungerne allein, ohne Sex, ohne Beziehung und alles, was dazugehört, wie Männer. Sie sehnen sich mindestens ebenso nach einem Partner.

Wo sind sie also alle, die partnersuchenden Weiber?

Im Internet jedenfalls nicht.

Was ist da los? Betreiben die Frauen ihre Partnersuche lieber im realen Leben als virtuell, vielleicht weil sie vor der Technik und dem technischen Fortschritt mehr zurückscheuen als die Männer?

Es stimmt schon, im Internet sind noch immer weit mehr Männer unterwegs als Frauen. Aber die Frauen holen schnell auf, und was das Shopping im Internet angeht, und die Informationssuche für alle möglichen Zwecke, sei es nun das Suchen nach Kochrezepten, nach Horoskopen, nach einem Routenplaner für weitere Strecken, da sind mittlerweile immer mehr Frauen User.

Was also hält sie davon ab, das Internet mit seinen vielen Kontaktmärkten, Singletreffs, Flirtbörsen, Erotikkontakten und anderem auch für die Partnersuche zu nutzen, wenn nicht das Zurückschrecken vor ungewohnter Technik?

Es kann ja wohl auch nicht sein, dass all diese Frauen als Professionelle oder Semi-Professionelle tätig sind; als Model, als Escort-Dame bei Begleitagenturen, als Hobbynutte oder Edelhure.

Es ist schlichtweg unmöglich, dass sich die Frauen alle ein Taschengeld oder mehr dazuverdienen im Erotikgeschäft.

Die meisten Frauen würden eine so unmoralische Art, Geld zu verdienen, nämlich mit Sex, einfach nur total ablehnen, das käme für sie nicht in Frage. Nein, die ganz oder halb professionellen Damen im Gewerbe, das ist nur eine ganz kleine Gruppe. Die meisten Single-Frauen, die einen Mann suchen, sind nicht in dem Bereich tätig, verdienen eben kein Taschengeld dazu per Erotik.

Obwohl es gewiss verführerisch ist, wie schnell und leicht man als Frau Geld verdienen kann mit dem Traum der Männer nach einer Partnerin für einen Abend, für eine Nacht oder auch mehr.

Aber was ist denn jetzt also los mit diesen ganzen alleinstehenden Mädels, die nur zu gerne einen Kerl im Bett und in der Wohnung hätten?

Mögen die die Kontaktmärkte im Internet nicht, sind sie ihnen zu laut, zu schrill, nicht seriös genug? Oder sind sie ihnen zu teuer? Obwohl die Frauen ja meistens selbst in kostenpflichtigen Kontaktmärkten keinen Cent zahlen müssen, sondern kostenlos und gratis Zugang erhalten.

Ich weiß es nicht – und ich fürchte, diese unglaubliche Diskrepanz zwischen der Anzahl der Frauen auf Partnersuche und der Anzahl der Kontaktanzeigen in der Kategorie "sie sucht ihn" – das ist eines der großen Rätsel der heutigen Menschheit, das zumindest ich mit meinem männlichen Gehirn nicht lösen kann.

Vielleicht können es mir ja die weiblichen Leser erklären?

Oder gibt es hier keine?